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Das Geheimnis der Haare

„Alle sieben Jahr’ wechselt Haut und Haar“ heißt es im Volksmund. Was steckt hinter dieser Weisheit? Plus: Tipps vom Experten für gesunde Haare
von Sandra Schmid, 09.02.2011

Schaut man sich alte Fotos aus der Kindheit an, stellt man sich häufig die Frage: Warum sahen meine Haare früher eigentlich so ganz anders aus als jetzt? Vielleicht war man früher ein richtiger Lockenkopf und hat heute glattes Haar. Wo damals eine dichte Löwenmähne war, kann man heute nur noch ausgedünntes Haupthaar sehen. Als Kind war man strohblond und nun bewegt sich der Farbton zwischen dunkelbraun und schwarz. Woran liegt es, dass sich die Haare im Laufe der Jahre so verändern?

Was ist dran am Sieben-Jahres-Zyklus?

Der Hamburger Spezialist für Haarerkrankungen Dr. Frank-Matthias Schaart, Facharzt für Dermatologie in Hamburg sowie Gründungs-Mitglied der European Hair Research Society (EHRS) erklärt: "Im Laufe des Lebens kann sich die Haarstruktur aus ganz unterschiedlichen Gründen ändern. Da können sowohl hormonelle oder genetische Gründe als auch veränderte Ernährung oder Pflege eine Rolle spielen." An einen Sieben-Jahres-Zyklus – wie ihn das Sprichwort verheißt – glaubt Schaart allerdings nicht: "Es gibt in der Regel drei Abschnitte im Leben eines Menschen, in denen die Haare möglichen Änderungen unterliegen können. Diese Phasen sind die Pubertät, die Wechseljahre und dann noch einmal das fortgeschrittene Alter zwischen Mitte und Anfang siebzig. In diesen Zeiträumen können die Haare sich verändern und ausdünnen."

Was tun bei Haarausfall?

Gerade der Verlust von Haaren ist sowohl für Frauen als auch für Männer ein belastendes Thema. Ob dünner werdendes Haar (Miniaturisierung), Haarverlust (Effluvium) oder Haarlosigkeit (Alopezie) – für die Betroffenen geht diese Veränderung nicht selten mit Ärger, Frust und psychischen Problemen einher. Meistens sind die Ursachen für eine derartige Erkrankung oder Störung des Haarwachstums leicht zu diagnostizieren. Schaart empfiehlt gegebenenfalls eine Untersuchung mittels eines computergesteuerten Verfahrens. Hierbei kann unter anderem der genaue Zustand der Haarwurzeln analysiert und die Haardichte bestimmt werden. Gekoppelt mit einem Bluttest kann man so oft herausfinden, welche Ursachen der Haarausfall hat: "Am häufigsten sind mit Sicherheit hormonell oder erblich bedingte Gründe. Auch Störungen der Schilddrüsenhormone, Eisen- oder Zinkmangel, Blutzuckererkrankungen, chronische Entzündungen im Körper, Stress oder die Einnahme von Medikamenten können zu Haarausfall oder Ausdünnung führen."

Haare als Spielball der Hormone?

Haare sind starken hormonellen Einflüssen unterworfen. "Manche Mädchen in der Pubertät oder Frauen, die kurz vor den Wechseljahren stehen, merken das extrem vor ihrer Menstruation", so Schaart. "Die Haare klatschen am Kopf, sind strähnig und unansehnlich. Ein paar Tage später sind sie wieder wunderbar weich und geschmeidig." In diesen Lebensphasen ist das Regelungssystem der Geschlechtshormone nicht wirklich stabil und die veränderte Hormonsituation beeinflusst auch die Haarstruktur. Durch eine erhöhte Talgproduktion, die von den männlichen Hormonen (Androgene) abhängt, werden die Haare fettiger – je mehr Androgene, desto mehr Hauttalg. Weibliche Hormone (Östrogene) hingegen vermindern die Hauttalgproduktion.

Wie pflege ich meine Haare?

Viele Menschen haben aber auch schon mit den gewöhnlichen "Bad hair days" zu kämpfen. Wieso glänzen meine Locken nicht? Aus welchem Grund hält die Frisur nicht? Warum hängen meine Haare nach einem Tag nur noch wie pomadige Spaghetti herunter? Das teuerste Pflegeprodukt hilft nichts, wenn man nicht ein paar Grundregeln für gesundes und somit kraftvolles Haar beachtet, weiß Schaart: "Ganz wichtig: nicht zu häufig die Haare waschen. Zwei bis drei Mal in der Woche reicht vollkommen aus. Tägliches Haare waschen ist eindeutig zu viel. Man sollte außerdem keine aggressiven Shampoos benutzen und nicht zu heiß föhnen. Auch Dauerwellen, Färbungen und Tönungen können das Haar auf Dauer schädigen; wenn, dann am besten mit natürlichen Substanzen arbeiten. Auch ein regelmäßiges Massieren der Kopfhaut ist gut, da die Durchblutung dadurch angeregt wird."

Shampoo ohne Silikon?

Aber wichtig ist natürlich auch die richtige Pflege. Und dazu zählt ein schonendes Shampoo. Viele der angepriesenen Haarwaschmittel sind mit Silikonen versetzt. Richtig gelesen: Silikone. Das ist der Wirkstoff, den man normalerweise benutzt, um Fenster abzudichten. Aber auch in der Haarpflege erfreuen sich die so genannten Polysiloxane größter Beliebtheit. Und ähnlich wie bei der Fensterisolierung arbeiten Silikone auch am Haar – sie dichten das Haar nach außen hin ab, umgeben es mit einem glatten Film, machen es dadurch leichter kämmbar und vermeintlich geschmeidiger. Das Problem ist das gleiche wie im Handwerkeralltag: Silikone versiegeln die Haarpracht (und im Übrigen auch die Kopfhaut!) und man bekommt sie nur schwer wieder ab!

Das bedeutet, dass bei jeder Wäsche noch eine Silikonschicht auf das Haar gelangt und damit auch mögliche Haarschäden verdeckt werden. Ergebnis: schweres Haar, fehlendes Volumen und Strähnen. Um die nicht wasserlöslichen Silikone zu entfernen, benötigt man wiederum aggressive Shampoos mit Tensiden und so eröffnet man einen endlosen Kreislauf von Reparatur-Haarwaschmitteln, die nichts weiter machen als das Haar unnötig zu strapazieren. Des Weiteren stehen Silikone im Verdacht, Allergien auszulösen. Deswegen sollte man beim Shampoo-Kauf unbedingt auf Produkte ohne Silikone achten. Tipp: Silikone enden meist auf die Endungen -xane oder -cone.


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